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Tierheim Selb und Umgebung - Aktuelles

Nachruf für unsere Uschi Huber

Zum Abschied von Ursula „Uschi“ Huber
28. Juni 1943 – 17. Juni 2026

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von unserem langjährigen Vereinsmitglied Ursula „Uschi“ Huber. Mit ihrem Tod verlieren wir nicht nur einen außergewöhnlich engagierten Menschen, sondern eine Persönlichkeit, die unser Tierheim über Jahrzehnte hinweg geprägt hat. Ihr Wirken, ihre Überzeugungskraft und ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft werden für immer ein Teil unseres Tierheims bleiben.

 

Im September 1989 fand Uschi über Sonja Beck, die damals die Gartenpflege im Tierheim übernahm, den Weg zu uns. Was zunächst als Unterstützung begann, entwickelte sich schnell zu einer Lebensaufgabe. Schon bald wurde Uschi zu einem unverzichtbaren Teil unseres Tierheims – zu einem guten Geist, auf den man sich jederzeit verlassen konnte.

Wer Uschi kannte, erinnert sich an ihren unermüdlichen Einsatz. Sauberkeit und Ordnung im Tierheim waren ihr eine Herzensangelegenheit. Mit großer Sorgfalt kümmerte sie sich darum, dass Mensch und Tier sich wohlfühlen konnten. Besonders am Herzen lag ihr aber die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Mit Geduld, Herz und einem feinen Gespür verstand sie es, junge Menschen für den Tierschutz zu begeistern und langfristig an unseren Verein zu binden. Viele unserer heutigen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer fanden durch Uschi den Weg ins Tierheim und sind ihrem Vorbild bis heute gefolgt. Sie legte damit den Grundstein für eine ganze Generation engagierter Mitglieder.

Dabei war ihr eigener Einsatz alles andere als selbstverständlich. Uschi litt unter einer Gehbehinderung und einer schweren Katzenallergie und konnte ihre Arbeit im Tierheim oft nur mit dem ständigen Einsatz ihres Asthmasprays bewältigen. Dennoch hielt sie nichts davon ab, sich Tag für Tag für die Tiere einzusetzen. Ihr Engagement war stärker als jede persönliche Einschränkung.

Auch im Verein übernahm sie Verantwortung. Zeitweise führte sie die Vereinskasse und gehörte über viele Jahre als Beisitzerin dem Vorstand an. Mit ihrer verlässlichen Art war sie eine wichtige Stütze bei allen Entscheidungen und Entwicklungen.

Gemeinsam mit Karin Zollinger begann Anfang der 1990er Jahre eine Zeit des Aufbruchs. Wer sich heute unser Tierheim ansieht, kann kaum glauben, unter welch einfachen Bedingungen damals gearbeitet wurde. Die Katzentoiletten wurden noch mit Torf befüllt, finanzielle Mittel waren knapp, und vieles musste improvisiert werden. Uschi sammelte in ihrem beruflichen Umfeld im Krankenhaus Spenden für Katzenstreu und kaufte Putzmittel häufig aus eigener Tasche, weil das Geld des Vereins dafür schlicht nicht ausreichte. Wenn es Probleme gab, fand sie Wege, sie zu lösen.

Mit ihrem Mann Walter Huber, mit dem sie auch bei den Amateurfunkern aktiv war, entstand Anfang der 1990er Jahre die Idee, durch ein Sommerfest beziehungsweise einen Tag der offenen Tür zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Was damals mit einem Grill im Hof, etwa fünfzig Paar Bratwürsten und fünf Bierzeltgarnituren begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer der wichtigsten Veranstaltungen unseres Vereins. Heute begrüßen wir dort weit über tausend Besucherinnen und Besucher – eine Erfolgsgeschichte, deren Ursprung ohne Uschi nicht denkbar gewesen wäre.

Ebenso engagierte sie sich gemeinsam mit Karin Zollinger beim Porzellanflohmarkt und betreute über viele Jahre den Flohmarktstand auf dem Bürgerfest. Legendär waren auch die gemeinsamen Weihnachtsbackaktionen. In Spitzenzeiten wurden über 50 Kilogramm Plätzchen gebacken, um mit deren Verkauf die oft schwierige finanzielle Situation des Tierheims zu verbessern. Aus diesen Verkaufsaktionen entstand schließlich 2003 die Idee eines Tierheimladens. Uschi organisierte den ersten Laden im ehemaligen Reckziegel und legte damit den Grundstein für unsere heute ehrenamtlich betriebenen Tierheimläden, die inzwischen einen unverzichtbaren Beitrag zur Finanzierung unseres Tierheims leisten.

Auch bei baulichen Entwicklungen hinterließ sie ihre Spuren. Dank der Schaller-Erbschaft konnte 2003 ein Anbau verwirklicht werden – das heutige Wasch- und Kleintierzimmer. Dieser Bau wurde von Uschi betreut.

Als ihre Gesundheit ihr ab etwa 2017 die aktive Mitarbeit im Tierheim zunehmend unmöglich machte, zog sie sich nur schweren Herzens aus dem täglichen Geschehen zurück. Doch selbst dann blieb sie unserem Verein verbunden. So lange es ihre Kräfte zuließen, engagierte sie sich weiterhin in den Tierheimläden. Und selbst als dies ab etwa 2022 kaum noch möglich war, fand sie immer noch Wege, etwas beizutragen. Für unsere Weihnachtsdekoration backte sie Kuchen und unterstützte den Verein damit noch immer, wo sie konnte.

Wenn wir heute auf die Entwicklung unseres Tierheims zurückblicken, wird deutlich, wie viele Spuren Uschi hinterlassen hat. Viele Ideen, viele Traditionen und viele Strukturen, die heute selbstverständlich erscheinen, tragen ihre Handschrift. Vor allem aber hat sie mit ihrem Vorbild gezeigt, was ehrenamtliches Engagement bedeutet: Verantwortung übernehmen, anpacken, niemals aufgeben und dabei stets das Wohl der Tiere in den Mittelpunkt stellen.

Liebe Uschi, wir sind unendlich dankbar für alles, was Du unserem Tierheim und unserem Verein geschenkt hast. Ohne Deinen jahrzehntelangen Einsatz wäre unser Tierheim nicht das, was es heute ist. Du hast unzähligen Tieren geholfen, Generationen von Ehrenamtlichen geprägt und unsere Gemeinschaft mit Deinem Vorbild bereichert.

Wir werden Dich als hilfsbereiten und außergewöhnlich engagierten Menschen in Erinnerung behalten. Dein Platz in unserem Tierheim wird leer bleiben – doch die Spuren, die Du hinterlassen hast, werden uns noch lange begleiten.

Mach's gut, liebe Uschi. Wir werden Dich nie vergessen.

 

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